Klimadiagramme

Das Wetter spielt seit jeher für den Menschen eine besondere Rolle. Die Wetteranalyse dient dabei sowohl für den Anbau von Lebensmitteln als auch für ganz praktische, aber alltagsbestimmende Entscheidungen. Gerade in heutigen Zeiten liegt das Augenmerk verstärkt auf der Entwicklung des Wetters, denn in Tagen der Klimaerwärmung und des Treibhauseffektes scheint die Entwicklung der sensiblen Wetterlage besonders entscheidend zu sein. Als Orientierungshilfe rund ums Wetter dienen häufig Klimadiagramme.

Was ist ein Klimadiagramm?

Klimadiagramm von Valencia nach Walter/Lieth

Klimadiagramm von Valencia nach Walter/Lieth

Bei einem Klimadiagramm handelt es sich um eine grafische Darstellungsform der klimatischen Verhältnisse. In der Regel zeigen Klimadiagramme diese bezogen auf Jahresverlauf an einen bestimmten Ort. Dabei ist das von Heinrich Walter und Helmut Lieth entwickelte das am häufigsten verwendete Klimadiagramm. Es handelt sich hier um ein hydrothermisches Klimadiagramm, was bedeutet, dass sowohl die Niederschlagsrate, als auch die Temperaturveränderungen mitberücksichtigt werden. Die Darstellungen entsprechen dabei den Klimanormalperioden und beziehen sich auf Mittelwerte im 30-Jahre-Intervall. Klimadiagramme bieten durch ihre grafischen Darstellungen die Möglichkeit, schnelle, jedoch grobe Einschätzungen bezüglich der örtlichen Witterungsverhältnisse zu machen. So kann man anhand von Klimadiagrammen beispielsweise Rückschlüsse auf Trockenzeiten oder die örtliche Vegetation ziehen.

Verschiedene Klimadiagramme

Neben den Walter-Lieth-Klimadiagrammen gibt es noch weitere Möglichkeiten, das Klima grafisch oder tabellarisch darzustellen. Nicht nur Klimatabellen, auch Thermoisoplethendiagramme werden alternativ häufig verwendet. Diese berücksichtigen zwar nicht die jeweilige Niederschlagsrate, zeigen jedoch stattdessen zusätzlich den Temperaturverlauf eines Tages an. Dies ermöglicht eine gute Vergleichbarkeit der einzelnen Tage innerhalb eines Jahres. Bei den Walter-Lieth-Klimadiagrammen hingegen wird stark vereinfacht von einer Abhängigkeit zwischen Verdunstung und der Lufttemperatur ausgegangen. Das bedeutet, dass die Niederschlagsrate mit den Temperaturen in Verbindung gebracht wird. Dies wird in den Klimadiagrammen anhand verschiedenfarbiger Kurven oder Säulen demonstriert. In der Regel wird dabei die Niederschlagsrate durch eine blaue Kurve oder aber durch blaue Säulen angezeigt, während die Temperaturentwicklung durch eine rote Kurve dargestellt wird. Liegt dabei die Niederschlagskurve oberhalb der Temperaturkurve, erschließt sich daraus eine Humidität. Liegt sie unterhalb der Temperaturkurve, eine Aridität. Die Niederschlagswerte eines Monats werden in mm bzw. in Liter pro Quadratmeter angegeben, die Temperatur in °C. Anhand solcher Klimadiagramme können Veränderungen in der Natur bezogen auf einen bestimmten Raum festgestellt werden. Gerade bei Temperatur- oder Niederschlagserhöhungen ist dies momentan von entscheidender Wichtigkeit, da so Rückschlüsse auf den Klimawandel, auf den Treibhauseffekt und andere umweltschädigende Einflüsse gezogen werden können. Für den normalen Bürger erscheinen sie dabei unübersichtlich und kompliziert. Sie dienen jedoch der Wissenschaft als wichtiges Mittel zur grafischen Darstellung von veränderten Wetterverhältnissen und für den Vergleich mit älteren oder zukünftigen Werten.

 

Foto: Hedwig aus Washington